Laowa ACRIS 35mm f/2.8: Neues Vollformat-Makro mit 1:1-Abbildung und Autofokus

Venus Optics hat mit dem Laowa ACRIS 35mm f/2.8 1X Macro APO ein neues Makroobjektiv für Vollformatkameras vorgestellt. Es kombiniert eine 35-mm-Brennweite mit einem maximalen Abbildungsmaßstab von 1:1. Nach Angaben des Herstellers ist es das weltweit erste Vollformatobjektiv dieser Brennweite, das eine lebensgroße Abbildung mit Autofokus verbindet. Allerdings steht der Autofokus nicht im gesamten Entfernungsbereich zur Verfügung: Im eigentlichen Makrobereich wird manuell scharfgestellt.

Makroaufnahmen mit mehr Umgebung

Während klassische Makroobjektive häufig längere Brennweiten nutzen, setzt das neue ACRIS auf einen weiteren Bildwinkel. Damit lassen sich kleine Motive zusammen mit ihrer Umgebung zeigen – beispielsweise ein technisches Detail auf der Werkbank oder ein Gegenstand auf dem Schreibtisch. Das Objektiv verbindet damit Nahaufnahmen und eine vielseitig nutzbare Brennweite für alltägliche Motive.

Der maximale Abbildungsmaßstab von 1:1 bedeutet, dass ein Motiv in seiner tatsächlichen Größe auf dem Sensor abgebildet werden kann. Ein zehn Millimeter großes Objekt nimmt dabei auch auf dem Sensor zehn Millimeter ein.

Für die maximale Vergrößerung muss die Kamera allerdings dicht an das Motiv heran. Die Naheinstellgrenze beträgt 18 Zentimeter, gemessen ab der Sensorebene. Der tatsächliche Arbeitsabstand zwischen Objektivfront und Motiv liegt dann bei rund 4,9 Zentimetern. Das sollte besonders bei der Beleuchtung kleiner Gegenstände berücksichtigt werden.

Autofokus endet bei 50 Zentimetern

Eine wichtige Besonderheit ist das zweigeteilte Fokussystem. Bei den Autofokusversionen arbeitet der AF zwischen unendlich und einer Aufnahmeentfernung von 0,5 Metern. Für kürzere Entfernungen bis zur maximalen Vergrößerung erfolgt die Scharfstellung manuell.

Das ACRIS ist damit zwar ein Makroobjektiv mit Autofokus, bietet aber keinen Autofokus bis zum Abbildungsmaßstab 1:1. Wer das Objektiv vor allem für starke Vergrößerungen einsetzen möchte, sollte diese Einschränkung kennen.

Laowa nennt außerdem eine „Macro Focus Assistance“, die feine Fokuskorrekturen bei Nahaufnahmen unterstützen soll. Als möglichen Einsatzbereich führt der Hersteller unter anderem Focus Stacking an, bei dem mehrere Aufnahmen mit unterschiedlichen Schärfeebenen kombiniert werden.

APO-Konstruktion und abgedichtetes Metallgehäuse

Der optische Aufbau besteht aus 13 Linsen in zehn Gruppen. Die apochromatische Konstruktion, erkennbar am Zusatz APO, soll Farbsäume in scharfen und unscharfen Bildbereichen reduzieren. Darüber hinaus verspricht Laowa eine hohe Schärfe bis an die Bildränder. Wie gut das Objektiv diese Anforderungen in der Praxis erfüllt, müssen unabhängige Tests zeigen.

Das Metallgehäuse verfügt über Abdichtungen gegen Staub und Feuchtigkeit. Durch die Innenfokussierung verändert sich die äußere Länge beim Scharfstellen nicht.

Je nach Ausführung unterscheiden sich die Filtergewinde: Die Autofokusvarianten verwenden 72-mm-Filter, die rein manuellen Versionen ein 67-mm-Gewinde.

Unterschiedliche Ausstattung je nach Anschluss

Das Laowa ACRIS 35mm f/2.8 1X Macro APO erscheint für mehrere Kamerasysteme. Dabei ist die Anschlusswahl auch für den Funktionsumfang entscheidend:

  • Sony E: mit Autofokus
  • Nikon Z: mit Autofokus
  • Canon EF: mit Autofokus
  • Canon RF: ausschließlich manueller Fokus
  • L-Mount: ausschließlich manueller Fokus

Besonders bei den Canon-Versionen lohnt deshalb ein genauer Blick: Die EF-Ausführung bietet Autofokus, die RF-Ausführung dagegen nicht.

Der internationale Verkaufspreis beträgt 449 US-Dollar. Ein bestätigter deutscher Verkaufspreis geht aus den zugrunde liegenden Quellen nicht hervor.

Interessante Kombination mit klarer Einschränkung

Das Laowa ACRIS 35mm f/2.8 verbindet eine alltagstaugliche Brennweite mit echten 1:1-Nahaufnahmen. Sein besonderer Reiz liegt im weiteren Bildwinkel, der kleine Motive mit mehr Umgebung zeigt als ein typisches Tele-Makro.

Die entscheidende Einschränkung bleibt das Fokussystem: Autofokus gibt es bei den entsprechenden Versionen für normale Aufnahmeentfernungen, nicht aber für den eigentlichen Makrobereich. Wer damit arbeiten kann, bekommt eine ungewöhnliche Kombination aus 35-mm-Festbrennweite und Vollformat-Makro.

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