Weiches TPU am Bambu Lab A1? Filamenthersteller zeigt einen einfachen Hotend-Umbau als Option

Der Bambu Lab A1 ist offiziell für TPU geeignet, stößt bei besonders weichen Shore-Härten aber schnell an Grenzen. Der Filamententwickler Kai Parthy hat nun einen vergleichsweise einfachen Umbau am Hotend vorgestellt, der das Drucken von TPU ab etwa Shore A70 ermöglichen soll — ohne gleich auf eine andere Druckermarke oder ein teures Spezial-Hotend zu wechseln.

Das Problem mit weichem TPU

Die A1 nutzt einen Direct-Drive-Extruder und unterstützt TPU grundsätzlich als „ideales“ Material. Bambu Lab gibt für den A1 jedoch vor allem TPU mit einer Shore-Härte von etwa 90A bis 95A als praktikabel an; deutlich weichere Sorten werden durch die lange Schmelzzone des Standard-Hotends problematisch. Dort wird das Filament zu früh weich, verformt sich und erzeugt im Zuführweg Widerstand was zum Abbruch des Drucks führen kann.

Genau hier setzt Parthys Umbau an: Er verkürzt die Schmelzzone, damit das weiche TPU erst kurz vor der Düse verflüssigt wird und im oberen Bereich des Hotends noch ausreichend steif bleibt.

So funktioniert der simple Umbau

Parthy entfernt rund 3 Gramm Messing aus dem chromveredelten Messingkanal des Hotends und verengt diesen anschließend mit einem Dremel. Dadurch wird der Schmelzbereich verkürzt, während der obere Teil des Filamentkanals steif bleibt.

In seinen Tests druckte er mit getrocknetem Recreus-TPU bei 240 °C und 20 mm/s. Eine 0,4-mm-Düse funktionierte laut Bericht, empfohlen wird jedoch eine 0,6-mm-Düse.

Was das für A1-Besitzer bedeutet

Der Umbau ist kein offizielles Bambu-Lab-Update, sondern ein Bastelprojekt mit entsprechendem Risiko: Wer am Hotend feilt, verändert ein zentrales Bauteil des Druckkopfs und kann im ungünstigsten Fall Dichtigkeit, Wärmeleitung oder die Garantie gefährden. Die A1 erlaubt zwar einen werkzeuglosen Hotend-Wechsel, doch nach einem Umbau sollten Düse, Hotend-Typ und gegebenenfalls Kalibrierung im Drucker angepasst werden.

Interessant ist die Idee trotzdem: Statt eines kompletten Druckerkopfs oder eines teuren Spezialsystems könnte ein modifizierter Standard-Hotend für gelegentliche TPU-Projekte reichen. Parthy nennt als Kostenpunkt für einen Ersatz-Hotend 10 bis 15 Euro; zudem hat er laut Bericht ein Patent für modulare Hotends angemeldet.

Einordnung

Für reguläres TPU mit 95A bleibt der Standard-Hotend der A1 die unkompliziertere Wahl. Der Umbau richtet sich eher an Nutzer, die gezielt sehr weiche, flexible Teile wie Dichtungen, Grips, Stoßdämpfer oder elastische Prototypen drucken möchten und bereit sind, mit Druckgeschwindigkeit, Düsendurchmesser und getrocknetem Filament zu experimentieren.

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