Creality SPARKX i8: Vier Farben, ein Druckkopf – und kaum Filamentmüll

Creality hat mit dem SPARKX i8 einen Mehrfarben-3D-Drucker vorgestellt, der einen anderen Ansatz als die üblichen AMS-Systeme verfolgt: Statt vier Filamenten über eine externe Zuführung in einen Druckkopf zu schicken, sitzen alle vier Kanäle direkt im Hotend. Das Ergebnis: Farbwechsel in unter einer Sekunde, kein Spülturm und laut Hersteller praktisch kein externer Filamentabfall. Klingt zu gut um wahr zu sein?

Der SPARKX i8 wird derzeit über Indiegogo finanziert. Die früheste Kampagnen-Stufe lag bei 289 US-Dollar, später wurde ein Early-Bird-Preis von 309 US-Dollar genannt; nach der Kampagne soll der Drucker dann 399 US-Dollar kosten.

Das Besondere: QuarTeks

Das Herzstück heißt QuarTeks. Creality vergleicht das Prinzip mit einem Vierfarbkugelschreiber: Vier unabhängige Filamentkanäle führen bis in den Druckkopf, erst unmittelbar vor der Düse teilen sie sich einen gemeinsamen Weg. Dieser Weg soll kürzer als ein Millimeter sein und nur etwa 2 mm³ Filamentvolumen umfassen.

Das ist der entscheidende Unterschied zu klassischen Mehrfarbenlösungen mit externem Filamentwechsel-System: Dort muss beim Farbwechsel deutlich mehr Filament zurückgezogen, nachgeschoben und ausgespült werden. Beim i8 soll das laut Creality entfallen – der Farbwechsel dauert unter einer Sekunde.

Weniger Abfall, kein Purge-Tower

Bei passenden Slicer-Einstellungen soll der i8 die Farbübergänge zudem in die Füllung oder innere Wände des Modells verlagern. Außerhalb des Bauteils entsteht dann kein sichtbarer Purge-Abfall; nur zu Beginn eines Drucks wird eine kleine Menge Filament gespült. Ein separater Reinigungs- oder Purge-Tower entfällt damit offenbar vollständig.

Für alle, die schon einmal einen mehrfarbigen Druck mit AMS, AMS lite oder ähnlichen Systemen gemacht haben, ist das ein attraktiver Ansatz: weniger Filamentverbrauch, kürzere Druckzeiten und mehr nutzbare Bauraumfläche. Creality wirbt mit bis zu 500 Prozent schnellerem Mehrfarbdruck und 2,7-fach weniger Filamentabfall gegenüber konventionellen Systemen.

CMYK statt nur vier Farben

Interessant ist auch der Farbansatz: Der i8 kann vier Grundfarben schichtweise kombinieren – im Prinzip nach dem CMYK-Gedanken. Durch unterschiedliche Schichtdicken und Reihenfolgen entstehen Zwischentöne und Verläufe; Creality nennt 16 oder 32 Farbkombinationen innerhalb eines Drucks.

Wichtig zur Einordnung: Das ist kein Farbdruck wie bei einem Tintenstrahler. Exakte Farbtreue ist laut Hersteller nicht das Ziel. Wer realistische, vollfarbige Figuren erwartet, sollte die Erwartungen daher eher bei „Farbverläufe und Mischungen“ als bei „fotorealistischem Druck“ ansiedeln.

Sensoren, KI-Kamera und Co.

Im Druckkopf sitzen laut Creality 13 Sensoren und eine KI-Kamera. Sie sollen unter anderem leere Spulen, Filamentende oder Druck ins Leere erkennen. Sind mehrere Spulen desselben Materials geladen, wechselt der Drucker automatisch zur nächsten Rolle – praktisch für lange Drucke, bei denen eine Spule knapp wird.

Dazu kommen typische Komfortfunktionen wie automatisches Bettnivellieren, Stromausfall-Wiederherstellung und Fernüberwachung per Kamera. Das macht den i8 vor allem für Einsteiger interessant, die Mehrfarbdruck ohne viel Fummelei ausprobieren möchten.

Was noch offen bleibt

Die Technik klingt überzeugend, aber es handelt sich bisher noch um ein Crowdfunding-Projekt. Die Angaben zu Geschwindigkeit, Abfall und Farbwechsel stammen zunächst von Creality; unabhängige Langzeittests zu Zuverlässigkeit, Verstopfungen, Wartung und Materialkompatibilität fehlen noch.

Außerdem ist der i8 laut ersten Berichten vor allem auf Materialien mit ähnlichen Temperaturbereichen ausgelegt, insbesondere hybride PLA-Filamente. Für Kombinationen aus beispielsweise PLA und PETG oder Materialien mit stark unterschiedlichen Drucktemperaturen ist das System daher vermutlich nicht die erste Wahl.

Einordnung

Der SPARKX i8 ist kein weiterer Klon mit externem Multicolor-Modul, sondern versucht, das eigentliche Problem direkt am Hotend zu lösen. Wenn die Versprechen im Alltag halten, könnte das ein echter Fortschritt für kompakten, schnellen und materialsparenden Mehrfarbdruck sein. Bis dahin gilt wie bei jedem Crowdfunding: spannende Technik, aber erst nach unabhängigen Tests wirklich bewerten.

Latest articles

Leave a reply

Bitte geben Sie Ihren Kommentar ein!
Bitte geben Sie hier Ihren Namen ein

Related articles