Nikon Z5IIC: Sucherlose Vollformatkamera startet ab 1.550 Euro

Nikon bringt mit der Z5IIC eine kompakte Vollformatkamera ohne elektronischen Sucher auf den Markt. Technisch orientiert sich das Modell eng an der Z5II, verzichtet aber auf den Sucherbuckel und richtet sich damit besonders an Smartphone-Umsteiger, Content-Creator und Fotografen, die ausschließlich über das Display arbeiten möchten.

Die Z5IIC besitzt einen 24,5-Megapixel-BSI-CMOS-Sensor im FX-Format und Nikons Expeed-7-Prozessor. Der Bildstabilisator soll Verwacklungen um bis zu 7,5 Blendenstufen ausgleichen. Der native ISO-Bereich reicht von ISO 100 bis 64.000 und kann auf ISO 50 bis 204.800 erweitert werden.

Das Gehäuse misst rund 134 × 80,5 × 72 Millimeter. Das Gewicht liegt laut Nikon bei etwa 538 Gramm ohne Akku und Speicherkarte beziehungsweise rund 620 Gramm in betriebsbereitem Zustand. Das Gehäuse besteht aus einer Magnesiumlegierung und ist gegen Staub und Feuchtigkeit abgedichtet.

Autofokus mit Motiverkennung

Das Hybrid-Autofokussystem arbeitet mit Phasen- und Kontrasterkennung. Die Motiverkennung erkennt Menschen, Tiere und Vögel einschließlich Augen und Gesichtern. Zusätzlich werden Fahrzeuge wie Autos, Motorräder, Züge und Flugzeuge unterstützt.

Neu hinzu kommt eine Erkennung für Fische und fischähnliche Tiere wie Delfine und Haie. Nikon richtet diese Funktion vor allem an Nutzer, die in Aquarien oder bei Unterwasseraufnahmen fotografieren. Ein passendes Unterwassergehäuse von Nikon wird bisher allerdings nicht angeboten.

Bei Serienaufnahmen erreicht die Kamera bis zu 14 Bilder pro Sekunde mit mechanischem Verschluss. Die Highspeed-Modi C15 und C30 ermöglichen 15 beziehungsweise 30 Bilder pro Sekunde, speichern dann aber nicht im normalen NEF-RAW. Eine Pre-Release-Capture-Funktion kann Bilder bereits vor dem vollständigen Auslösen puffern.

Display statt Sucher

Die zentrale Designentscheidung ist der vollständige Verzicht auf einen elektronischen Sucher. Als einzige Bildkontrolle dient ein seitlich schwenk- und drehbarer 3,2-Zoll-Touchscreen mit 1,04 Millionen Bildpunkten. Damit ist die Kamera niedriger und leichter als die Z5II.

Gerade bei hellem Sonnenlicht kann das fehlende Sucherbild jedoch ein Nachteil sein. Auch beim manuellen Fokussieren und bei der Bildkontrolle bietet ein hochauflösender EVF normalerweise Vorteile. Zusätzlich fällt die Displayauflösung niedriger aus als bei der Z5II.

Nikon begründet den Verzicht unter anderem mit der Zielgruppe der Smartphone-Umsteiger. Wer bisher ausschließlich über das Display fotografiert, dürfte sich dadurch weniger umstellen müssen. Erfahrene Fotografen werden dagegen abwägen müssen, ob das kompaktere Gehäuse den fehlenden Sucher rechtfertigt.

N-RAW auf SD-Karte

Für Videoaufnahmen bietet die Z5IIC 4K mit bis zu 60 Bildern pro Sekunde. 4K 30p wird aus einer höheren Sensorauflösung oversampled, während 4K 60p mit einem APS-C- beziehungsweise DX-Crop arbeitet. Full-HD-Aufnahmen sind mit bis zu 120 Bildern pro Sekunde möglich.

Intern nimmt die Kamera 12-Bit-N-RAW auf einer einzelnen SD-Karte auf. Zusätzlich stehen 10-Bit-H.265 mit N-Log und HLG zur Verfügung. Für eine Kamera dieser Preisklasse ist die interne RAW-Aufzeichnung ein wesentlicher Vorteil, insbesondere für Videoanwender, die in der Nachbearbeitung maximale Reserven benötigen.

Zur Ausstattung gehören außerdem USB-C, Micro-HDMI, ein Mikrofoneingang und ein Kopfhörerausgang. Die Kamera kann über USB-C mit Strom versorgt werden und eignet sich für Streaming in Full-HD.

Abstriche gibt es beim Speicherkonzept: Die Z5IIC besitzt nur einen einzelnen UHS-II-SD-Kartensteckplatz. Auch ein rückseitiger Joystick fehlt.

Die Markteinführung ist für Mitte Oktober 2026 geplant. Der Preis für das Gehäuse liegt bei rund 1.550 Euro in Deutschland beziehungsweise 1.399,95 US-Dollar in den USA. Das Kit mit dem NIKKOR Z 24-50mm f/4-6.3 soll in den USA 1.699,95 US-Dollar kosten.

Was haltet ihr von der sucherlosen Z5IIC? Ein gute Wurf oder irgendwie fehlplatziert?

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