Sigma erweitert seine lichtstarke APS-C-Objektivserie um ein Telezoom: Das neue 50–120mm F2.8 DC OS | Contemporary bietet eine durchgehende Lichtstärke von F2.8, einen optischen Bildstabilisator und einen schnellen linearen Autofokusantrieb. Dabei bleibt es ausgesprochen kompakt. Die Version für Sony E-Mount misst lediglich 99 Millimeter in der Länge und wiegt 390 Gramm. Angeboten wird das Objektiv außerdem für Fujifilm X und Canon RF.
Mit dem neuen Telezoom bekommt Sigmas kompakte F2.8-Zoomserie einen passenden Abschluss am langen Ende. Zusammen mit dem 10–18mm F2.8 DC DN und dem 18–50mm F2.8 DC DN entsteht ein durchgängiges System vom Ultraweitwinkel bis zum Telebereich. Laut Sigma bringen die drei Objektive zusammen weniger als ein Kilogramm auf die Waage.
Lichtstarkes Telezoom ohne großes Gepäck
An APS-C-Kameras mit einem Crop-Faktor von 1,5 entspricht der Bildwinkel des 50–120mm ungefähr dem eines 75–180mm-Objektivs an einer Vollformatkamera. Damit deckt Sigma einen Bereich ab, der sich für Porträts, Veranstaltungen und Details aus größerer Entfernung anbietet. Die durchgehende Lichtstärke F2.8 bleibt dabei über den gesamten Zoombereich erhalten.
Der entscheidende Punkt ist die Baugröße: Mit einem Durchmesser von 66,8 Millimetern, einer Länge von 99 Millimetern und einem Gewicht von 390 Gramm fällt die Sony-Version deutlich handlicher aus, als es die Kombination aus Telebrennweite, F2.8 und optischer Stabilisierung zunächst erwarten lässt. Die Fujifilm-Ausführung ist mit 99,3 Millimetern nahezu gleich lang und wiegt ebenfalls 390 Gramm. Für Canon RF nennt Sigma 69 Millimeter Durchmesser, 97 Millimeter Länge und 410 Gramm Gewicht. Alle drei Varianten verwenden ein 55-Millimeter-Filtergewinde.

Bildstabilisierung mit bis zu 6,5 Blendenstufen
Sigma integriert einen optischen Bildstabilisator mit dem OS2-Algorithmus. Nach Herstellerangaben erreicht er am kurzen Ende bei 50 Millimetern eine Kompensationsleistung von 6,5 Blendenstufen. Bei 120 Millimetern sind es 4,5 Blendenstufen. Die Werte wurden nach CIPA-Richtlinien an einer spiegellosen APS-C-Kamera ermittelt. Die maximale Angabe von 6,5 Stufen gilt also ausdrücklich nicht für den gesamten Zoombereich.
Für den Autofokus setzt Sigma auf einen HLA-Antrieb, ausgeschrieben „High-response Linear Actuator“. Der Linearmotor soll eine schnelle Fokussierung ermöglichen. Auf separate Schalter für den Fokusmodus und den Bildstabilisator verzichtet der Hersteller dagegen bewusst zugunsten eines reduzierten Bedienkonzepts.
Auch für Video ausgelegt?
Bei der optischen Konstruktion hat Sigma nach eigenen Angaben auf möglichst geringes Focus Breathing geachtet. Gemeint ist die Veränderung des Bildwinkels beim Scharfstellen: Wird während einer Aufnahme von einem nahen auf ein entferntes Motiv fokussiert, soll sich der Bildausschnitt möglichst wenig verändern. Das ist gerade bei sichtbaren Fokusverlagerungen im Video relevant. Sigma spricht von einer Minimierung des Effekts, nicht von dessen vollständiger Beseitigung.
Die Kombination aus geringem Gewicht, optischer Stabilisierung und durchgehender Lichtstärke macht das Telezoom damit auch für mobile Videoaufnahmen interessant. Wie ruhig der Stabilisator im praktischen Einsatz arbeitet und wie gering das Focus Breathing tatsächlich ausfällt, lässt sich aus den technischen Angaben allein allerdings nicht abschließend beurteilen.
Kurze Naheinstellgrenze und elf Blendenlamellen
Im Inneren besteht das Objektiv aus 18 Linsenelementen in 13 Gruppen. Dazu gehören ein FLD-Element, drei SLD-Elemente und vier asphärische Elemente. Sigma setzt außerdem auf eine abgerundete Blende mit elf Lamellen. Die kleinste einstellbare Blende beträgt F22.
Auch bei Nahaufnahmen bietet das Telezoom interessante Möglichkeiten: Bei 50 Millimetern liegt die Naheinstellgrenze bei 23 Zentimetern, bei 120 Millimetern bei 55 Zentimetern. Der maximale Abbildungsmaßstab beträgt 1:3 am kurzen und 1:4,7 am langen Ende. Damit eignet sich das Objektiv neben klassischen Teleaufnahmen auch für kleinere Details und Produktmotive, ohne ein ausgewiesenes Makroobjektiv zu sein.

Das Gehäuse ist laut Sigma gegen Staub und Spritzwasser geschützt. Zusätzlich besitzt die Frontlinse eine wasser- und ölabweisende Beschichtung. Wasserdicht ist das Objektiv ausdrücklich nicht.
Drei F2.8-Zooms für ein kompaktes APS-C-System
Die eigentliche Bedeutung des neuen Objektivs liegt wie erwähnt eben auch in seiner Rolle innerhalb des Sigma-Portfolios. Das 10–18mm F2.8 DC DN übernimmt den Ultraweitwinkelbereich, das 18–50mm F2.8 DC DN den Standardbereich und das neue 50–120mm F2.8 DC OS schließt direkt daran an. So lässt sich der Brennweitenbereich von 10 bis 120 Millimetern mit drei kompakten Zooms und durchgehend F2.8 abdecken. Bei einem Crop-Faktor von 1,5 entspricht das einem Bildwinkelbereich von ungefähr 15 bis 180 Millimetern an Vollformat.
Das neue Telezoom erweitert diese Serie nicht nur hinsichtlich der Brennweite, sondern bringt mit dem optischen Bildstabilisator und dem HLA-Autofokusantrieb zusätzliche Ausstattungsmerkmale mit. Sigma positioniert es damit als transportfreundliches Objektiv für Foto und Video, statt die APS-C-Serie einfach um ein möglichst großes Telezoom zu ergänzen.
Preis und Verfügbarkeit
Die Markteinführung ist für den 22. Oktober 2026 angekündigt. Sigma nennt für den US-Markt einen Preis von 799 US-Dollar. Einen direkt bei Sigma Deutschland verifizierten Europreis konnten wir zum Zeitpunkt der Recherche noch nicht bestätigen; der US-Preis ist deshalb nicht als deutsche Preisempfehlung zu verstehen.

Mit dem 50–120mm F2.8 DC OS bekommt Sigmas APS-C-Serie ein kompaktes Telezoom, dessen technische Eckdaten vor allem beim Verhältnis von Lichtstärke, Stabilisierung und Gewicht auffallen. Ob die Bildqualität und der Autofokus dieses Gesamtpaket auch in der Praxis bestätigen, müssen unabhängige Tests zeigen.
