Die Orbi‑770‑Serie ist ein leistungsstarkes Wi‑Fi‑7‑Mesh für große Wohnungen/Häuser – mit einigen Unterschieden:
Im Vergleich zur FRITZ!Box etwa sind die Orbi’s ein „reines WLAN‑ und Routing‑Gehirn“, während AVM’s Fritzboxen i.d.R. Router, Modem, Telefonanlage und Smart‑Home‑Zentrale kombinieren.
Das Orbi 770 System in Kürze
Die Orbi‑770‑Systeme (BE11000, z.B. RBE772/RBE773) sind Tri‑Band‑Wi‑Fi‑7‑Mesh‑Kits mit bis zu rund 11 Gbit/s Bruttodatenrate, funken 2,4/5/6 GHz Band und sind explizit auf Multi‑Gig‑Internetanschlüsse bis 2,5 Gbit/s ausgelegt.
Jeder Knoten bringt ausschließlich 2,5‑Gbit/s‑Ports mit (Router: 1× WAN + 3× LAN, Satellit: 2× LAN), sodass auch kabelgebundene Workstations/NAS von Glasfaser‑Tarifen >1 Gbit/s profitieren können.
Wi‑Fi‑7‑Features wie 320‑MHz‑Kanäle, 4K‑QAM und MLO sind an Bord, wobei die 770er‑Serie mit 2×2‑Streams pro Band unterhalb der großen 970er‑Orbi‑Modelle rangiert, dafür aber auch preislich attraktiver daherkommt.
Die Ausrichtung ist typisch Orbi: App‑Setup, automatisches Mesh, einheitliches SSID‑Konzept, optionales Abo‑Security‑Paket (Netgear Armor), aber keine integrierte Telefonanlage oder DECT. Diese Features müssen über externe Hardware “nachgerüstet” werden – selbiges gilt etwa für ein Modem oder auch ONT – je nach Netzzugang.

Die Philosophie der FRITZ!Box im Vergleich
AVM‑Topmodelle wie FRITZ!Box 5690 Pro und 5690 XGS kombinieren Modem (DSL/Glasfaser je nach Modell), Router, Wi‑Fi‑7‑Access‑Point, DECT‑Basis, VoIP‑PBX, Smart‑Home‑Zentrale (DECT ULE, teils Zigbee) in einem Gerät.
Damit ist eine FRITZ!Box in Deutschland klassisch der „All‑in‑One“ am Hausanschluss, während ein Orbi‑770‑Set fast immer hinter einem ONT oder Providerrouter hängt und ausschließlich das Netzwerk/WLAN übernimmt.
Für deine Glasfaser Nutzung bedeutet das zum Beispiel:
- FRITZ!Box 5690 Pro/XGS direkt an die Faser, Telefonie und Mesh/Repeater alles im AVM‑Kosmos.
- Orbi 770: ONT (oder Providerrouter) → Orbi‑Router → Satelliten, Telefonie über separate FRITZ!Box/VoIP‑Adapter/IP‑Telefone.
-> Die Fritzboxen sind damit tatsächlich etwas zugänglicher weil sie viele Funktionen vereinen und weniger Fachwissen voraussetzen
Technische Gegenüberstellung
Hardware und WLAN
Ports, WAN und Telefonie
Praxis: Wo Orbi 770 stark ist – und wo die FRITZ!Box punktet
Stärken Orbi 770:

- Große Flächen und Multi‑Gig‑Haushalte: Abdeckung laut Datenblatt bis rund 540 m² beim 3er‑Set, jeweils bis 2.750 ft² pro Satellit.
- Einheitliche 2,5‑Gbit/s‑Portlandschaft prädestiniert für Workstations, 2,5G‑Switches und NAS – ideal bei Glasfaser ≥1 Gbit/s.
- Einfaches Mesh‑Setup über Orbi‑App, sehr stabile Durchsätze in Reviews, insbesondere mit Ethernet‑Backhaul.
Stärken FRITZ!Box 5690 Pro/XGS:
- Direkt am FTTH‑Anschluss nutzbar, kein zusätzliches ONT (Modem) nötig (je nach Ausbauszenario).
- Integrierte Telefonanlage inkl. DECT, IP‑Telefonie, Anrufbeantworter, umfangreiche Rufregeln – in Deutschland praktisch Alleinstellungsmerkmal im Consumer‑Segment.
- AVM‑Ökosystem mit FRITZ!Repeatern, Powerline, Smart‑Home‑Aktoren und langem Update‑Support.
Zusammengefasst:
Es gibt durchaus Alternativen zur Fritzbox! Dominanz – und das ist vielleicht auch gut so, denn Konkurrenz belebt das Geschäft.
Tatsächlich sind die Orbi’s sehr potente und funktionale Router/Mesh Systeme sofern sie einmal konfiguriert und eingerichtet sind. Auch das hinzufügen von weiteren Satelliten ist i.d.R. kein Problem um die Reichweite zu erweitern. Hierbei sollte man jedoch darauf achten innerhalb einer Serie zu bleiben – das mixen von 370ern mit 770ern und 870ern funktioniert aktuell jedenfalls nicht.
Netgear könnte hier also durchaus noch etwas nachsteuern um die Systeme auch künftig attraktiver zu machen… manchmal würde ja im Garten ein schwächerer Satellit vollkommen ausreichen und ja – auch ein Modem im Router wäre im “Fritzbox! dominierten Deutschland” sicher etwas um neue Kunden für die Orbi Mesh Systeme zu begeistern.
