DJI Osmo 360 II: Neue 360-Grad-Kamera filmt in 8K mit 60 Bildern pro Sekunde

DJI bringt mit der Osmo 360 II die zweite Generation seiner 360-Grad-Kamera auf den Markt. Neben einem überarbeiteten quadratischen 1-Zoll-HDR-Sensor gehören 8K-Video mit 60 Bildern pro Sekunde, austauschbare Linsen und umfangreiche KI-Funktionen zu den wichtigsten Neuerungen. Die Kamera ist seit dem 15. September 2026 erhältlich.

Mehr Sensorfläche für 360-Grad-Aufnahmen

Das Herzstück der DJI Osmo 360 II ist ein quadratischer 1-Zoll-HDR-Sensor. Durch diese Bauform soll die nutzbare Sensorfläche im Vergleich zu herkömmlichen rechteckigen Sensoren um rund 25 Prozent steigen, ohne dass das typische 360-Grad-Sichtfeld eingeschränkt wird. DJI gibt einen Dynamikumfang von bis zu 14,5 Blendenstufen an.

Für Videoaufnahmen stehen bis zu 8K bei 60 Bildern pro Sekunde zur Verfügung. Gegenüber dem Vorgängermodell ermöglicht die Kamera damit flüssigere Bewegungen und mehr Reserven beim späteren Zuschneiden des 360-Grad-Bildes.

Auch bei der Nachbearbeitung richtet sich DJI an anspruchsvollere Anwender. Die Osmo 360 II unterstützt 10-Bit-Aufnahmen sowie das D-Log-M-Farbprofil. Dadurch sollen sich Aufnahmen flexibler graden und besser in professionelle Videoworkflows integrieren lassen.

Verbesserte Nachtaufnahmen

Für schwierige Lichtverhältnisse kommt die Funktion „AI SuperNight 2.0“ zum Einsatz. Sie kombiniert eine softwarebasierte Rauschreduzierung mit den vergleichsweise großen Pixeln des Sensors. DJI verspricht dadurch detailreichere und rauscharme Aufnahmen bei Nacht.

Wie gut sich die Ergebnisse tatsächlich von denen der Konkurrenz absetzen, dürfte allerdings stark vom Motiv, der Bewegung und der späteren Ausgabeauflösung abhängen. Gerade bei 360-Grad-Kameras muss die Software mehrere Bildbereiche und häufig auch unterschiedliche Belichtungen miteinander verrechnen.

Austauschbare Linsen

Eine der praktisch wichtigsten Neuerungen betrifft die beiden stark exponierten Objektive. Bei der Osmo 360 II lassen sich die Linsen einzeln austauschen, falls sie zerkratzen oder beschädigt werden. Eine gehärtete Beschichtung soll zusätzlichen Schutz bieten.

Das ist bei 360-Grad-Kameras besonders relevant: Schon kleine Kratzer im vorderen Linsenbereich können später als auffällige Bildfehler sichtbar werden. Statt die komplette Kamera ersetzen zu müssen, können Nutzer bei der DJI Osmo 360 II künftig auf ein separates Linsen-Austausch-Set zurückgreifen. Dieses kostet 39 Euro.

Für Sport, Reisen und Outdoor-Einsätze

DJI positioniert die Osmo 360 II vor allem für Action- und Outdoor-Aufnahmen. Die Kamera ist ohne zusätzliches Gehäuse bis zu zehn Meter wasserdicht und soll Temperaturen bis minus 20 Grad Celsius widerstehen. Mit einem optionalen Unterwassergehäuse sind Tauchgänge bis zu 50 Meter Tiefe möglich.

Zur Zielgruppe gehören unter anderem:

  • Fahrrad- und Mountainbike-Fahrer.
  • Motorradfahrer und Wintersportler.
  • Vlogger und Reisevideo-Produzenten.
  • Creator, die nachträglich den Bildausschnitt festlegen möchten.
  • Nutzer, die aus einer Aufnahme mehrere Perspektiven erzeugen wollen.

Ein Sports-Dashboard kann bei Fahrrad- und Mountainbike-Videos zusätzliche Leistungsdaten einblenden. Die Bedienung ist über den Touchscreen, Gesten und Sprachbefehle möglich. Das kann insbesondere dann hilfreich sein, wenn die Kamera an einem Fahrzeug oder Helm befestigt ist.

Zeitlupe, Zeitraffer und Motivverfolgung

Neben klassischen 360-Grad-Videos bietet die DJI Osmo 360 II mehrere Spezialmodi. Panoramafotos sind mit bis zu 120 Megapixeln und HDR-Unterstützung möglich. Für Zeitrafferaufnahmen steht eine maximale Auflösung von 16K zur Verfügung.

Der Vortex-Modus erlaubt 360-Grad-Zeitlupenaufnahmen in 8K mit bis zu 120 Bildern pro Sekunde. Zusätzlich kann DJI Studio Bildmaterial per KI interpolieren und damit besonders starke Zeitlupeneffekte erzeugen.

Mit „Spotlight Follow“ soll die Kamera ausgewählte Motive automatisch im Zentrum halten. Das ist vor allem beim späteren Reframing interessant, wenn aus einer 360-Grad-Aufnahme ein klassisches 16:9- oder Hochkantvideo erstellt wird.

Speicher, Akku und Ton

Die Kamera wiegt 183 Gramm und verfügt über 105 GB integrierten Speicher. Zusätzlich lässt sich der Speicher voraussichtlich über eine microSD-Karte erweitern. Die Akkulaufzeit beträgt laut DJI bis zu 100 Minuten bei 8K-Aufnahmen mit 30 Bildern pro Sekunde. Auf 80 Prozent soll der Akku innerhalb von 22 Minuten geladen werden können.

Für längere Einsätze bietet DJI einen Akkuverlängerungsstab an. Dieser soll die Laufzeit um bis zu 180 Minuten erweitern und kostet 99 Euro.

Für die Tonaufnahme sind vier integrierte Mikrofone zuständig. Eine Windgeräuschunterdrückung soll die Sprach- und Umgebungsaufnahme bei Outdoor-Aufnahmen verbessern. Alternativ kann die Kamera drahtlos mit Mikrofonen aus DJIs Mic-Serie verbunden werden, darunter dem DJI Mic 2 und dem DJI Mic Mini.

Anbindung an DJI Studio und DaVinci Resolve

Die Nachbearbeitung erfolgt unter anderem über die DJI Mimo App. Für professionellere Workflows stellt DJI außerdem ein Plugin für DaVinci Resolve bereit. Damit sollen sich aus DJI Studio exportierte Dateien direkt in einer professionellen Schnitt- und Farbkorrekturumgebung weiterverarbeiten lassen.

Gerade für Nutzer, die bereits mit DaVinci Resolve arbeiten, ist diese Integration interessant. 360-Grad-Material benötigt häufig einen zusätzlichen Arbeitsschritt, bevor der gewünschte Bildausschnitt, die Perspektive und die Ausgabeauflösung festgelegt werden können. Ein gut eingebundener Workflow kann diesen Prozess deutlich vereinfachen.

Preis und Verfügbarkeit

Die DJI Osmo 360 II ist seit dem 15. September 2026 erhältlich. Die Standard Combo kostet 589 Euro, während die umfangreichere Adventure Combo mit zusätzlichem Zubehör für 739 Euro angeboten wird.

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