Drohnenpiloten und FPV-Enthusiasten stehen vor der Herausforderung, die passende Videobrille zu wählen. Die Modelle DJI Goggles 2, Goggles 3 und Goggles N3 von DJI bieten jeweils immersive Erlebnisse für Systeme wie Avata 2 oder Neo, unterscheiden sich aber in Komfort, Bildqualität und Kompatibilität zu den DJI eigenen Air Units ala O3, O4 Lite und O4 Pro für Custom Builds.
Wir von kiekste.tv haben Erfahrung mit allen drei Brillen sammeln können und versuchen Euch einen kleinen Leitfaden mit jeweiligen Vor,- als auch Nachteilen an die Hand zu geben und beginnen mit einem Überblick der technischen Daten:
Technische Spezifikationen im Direktvergleich
Diese Specs zeigen: Die Goggles 3 führen bei Latenz und Akkulaufzeit, die N3 punktet mit breitem FOV und niedrigem Preis bei ebenfalls geringer Signal-Latenz. Alle nutzen 1080p-Auflösung, wobei der OLED bei den Goggles 2/3 für besseren Kontrast sorgt und sich die Screens dort etwas besser anpassen lassen, sowohl in Bezug auf den Augenabstand aber auch Dioptrin. Das LCD Display der Goggles N3 ist dennoch solide und muss sich nicht verstecken, bietet aber bei genauerer Betrachtung etwas weniger tiefschwarz.
Dennoch sind die Goggles 2 weiterhin unser “Workhorse” wenn man so will, da kompakt und vielseitig und weil man mit ihnen auch heute noch so ziemlich alles halbwegs aktuelle von DJI Digital bewegen kann, mehr dazu weiter unten. Die Touch Bedienung ist Gewöhnungssache aber die Bildqualität und Kompatibilität im DJI Ökosystem überzeugen – auch lassen sie sich sehr gut in kleineren Taschen verstauen wohingegen die N3 deutlich wuchtiger daherkommt.
Die Goggles 3 auf der anderen Seite glänzen quasi als “Premium-Upgrade” mit verbessertem Design und bringen tatsächlich ein paar interessante technische Änderungen mit. Die Touch Bedienung etwa ist wie auch schon bei den Goggles 2 gewiss Geschmackssache – wir präferieren haptische Schalter.
Dafür bieten sie ein Anti Fog System (die N3 ebenfalls) und die Möglichkeit ein PictureInPicture anzeigen zu lassen, so kann man die Umwelt über Kameras auf Tasten/Touchdruck einblenden ohne die Brille abnehmen zu müssen. Ob man’s braucht? Aber man hat es an Board.
Es gibt aber auch einige Nachteile gegenüber den Goggles2, wie ein leicht verringerter Dioptrinausgleich, das geringere FOV oder auch keine Möglichkeit mehr den Akku zu entnehmen/extern zu laden.
Den Tragekomfort empfinden wir persönlich sogar unangenehmer als bei den Goggles 2 – aber das mag sehr individuell sein und von der Kopfform abhängen. Wir hatten häufig das Gefühl ein leichtes Absacken der Goggles 3 auf der Stirn zu vernehmen was wiederum in einem Abfall der Bildqualität resultierte. Das Kopfband bzw. diese Art der Halterung konnte uns daher nicht auf ganzer Linie überzeugen und wir empfehlen das ganze vor dem Kauf unbedingt auszuprobieren!
Kurioserweise hatten wir dieses “rutschende” Gefühl mit der günstigen N3 Brille zu keiner Zeit weswegen wir sie in Sachen Komfort sogar oberhalb der Goggles 3 “ranken” würden. Aber nochmals: Individuell testen und ausprobieren wird an dieser Stelle dringend empfohlen!
Die N3 Goggles wiederum, als Einstiegsoption seit Ende 2024 verfügbar, überraschen durch ihr attraktives Preis-Leistungs-Verhältnis und eignen sich perfekt für Neulinge mit O4-Systemen und modernen DJI FPV Drohnen. Besonders die Kompatibilität zu den DJI Air Units ist entscheidend für Custom-Builds oder professionelle Setups – wobei O3 Air Units leider nicht mehr kompatibel sind sodass die N3 hier eine spürbare Einschränkung mitbringt. Mit O4 Lite/O4 Pro Customs wiederum ist volle Kompatibilität gegeben – daher muss man ganz einfach abwägen womit man tatsächlich in die Luft geht.
Im Vergleich zu den Goggles2/3 dürfte der Hauptunterschied aber die generelle Arbeitsweise bzw. die Darstellung des Displays der N3 sein. Das kann sowohl Fluch als auch Segen bedeuten, je nach Blickwinkel (im wahrsten Sinne).
Brillenträger können ihre Brille bei den N3 Goggles einfach weiterhin tragen – oder müssen dies sogar tun, denn die N3 Goggles bieten aufgrund des gespiegelten LCD Displays keinerlei Dioptrinausgleich und auch keine Möglichkeit den Screen leicht in der Achse zu verschieben. Das kennt man von so manch günstiger analoger FPV Goggles und hätte der N3 sicherlich gut gestanden um leichte Nuancen ausgleichen zu können.
Mit “guten” Augen kommt man aber mit dem N3 Screen ebenfalls ordentlich zurecht – auch wenn das Bildfeld verglichen deutlich breiter daherkommt. Das kann besonders Umsteiger irritieren. Hierbei hilft es dann in den Goggles eine etwas verringerte Skalierung von 80-90% auszuprobieren damit die Augen etwas entspannt werden und nicht ständig das ganze Bild “abtasten” müssen. Wir fahren mit der 90% Einstellung jedenfalls relativ gut – auch wenn es keine echte Skalierung sondern eher eine Bildverkleinerung ist bei dem man einen schwarzen Rand bekommt.
Nach kurzer Eingewöhnungsphase bieten die N3 aber eine ebenfalls hervorragende Bild-Qualität und sicheres Flugerlebnis – sie sind, wie bereits erwähnt, für unseren Geschmack sogar etwas komfortabler gegenüber den Goggles 3.
Die Goggles 2 überzeugen uns in Sachen Tragekomfort als auch dem weiten Dioptrinausgleich natürlich weiterhin!
Kompatibilität zu DJI Air Units
Nachfolgend nochmal eine kurzrÜbersicht zur Pairing-Fähigkeit mit den jeweiligen Air Units O3, O4 Lite und O4 Pro, insbesondere dann wichtig wenn du auf Custom-Drohnen setzen solltest:
Die Goggles 3 und N3 sind in erster Linie O4-optimiert, bedeutet sie agieren mit leicht höherer Bitrate und zugleich niedriger Latenz, ideal für schnelle Flüge.
Die Goggles 2 eignen sich für alle O3-Legacy-Systeme, funktionieren (nach Update) aber auch mit den O4 Air Units – möglicherweise mit leichten Einschränkungen in der Reichweite, was aber in erster Linie “Long Range” Flüge tangieren dürfte oder wenn ihr in sehr urbanen Gegenden unterwegs seid und tatsächlich den letzten Punch an zusätzlicher Signalpenetration benötigt.

Zusammengefasst:
Goggles 2: Vorteile umfassen Leichtigkeit und scharfes OLED-Bild mit 51° FOV für natürliche Immersion sowie den extern wechselbaren Akku. Manch einer sieht diesen externen Akku allerdings auch als Nachteil – das gilt es individuell abzuzwägen.
Auch der Nasendruck der Brille bei Sessions über 30 Minuten kann etwas unangenehm werden. Dennoch ist sie perfekt für Mobileinsätze und ohne Akku extrem kompakt verstaubar.
Goggles 3: Starke Laufzeit durch großen integriertem Akku, Anti-Fog-Fan und Real-View-PiP-Funktion; das Bild ist randenschärfer ohne Sweet-Spot-Probleme. Minuspunkte: Schmaleres FOV und höherer Preis – zudem ungewohnt aufgrund der Stirn-Halterung die uns nicht vollends überzeugen und die Goggles 3 entsprechend zurückgingen lassen.
Goggles N3: Als Budget-King überzeugen sie durch den günstigen Preis, das One-Tap-Defogging und ihr generell brillenfreundliches Design; Nachteile sind ggfs. die etwas reduzierte 60-Hz Bildfrquenz (gegenüber den 100Hz), ein schwächerer Kontrast durch das LCD Display sowie das wuchtige Design der Goggles N3.
Trotzdem ein absolut solider Allrounder für O4-Neulinge den man bereits für weit weniger als die Hälfte des Anschaffungspreises der professionellen Goggles 3 erhält.
Fazit und unsere persönliche Empfehlung
Für Profis mit O3/O4 Systemen im Mix und für künftige Modelle bleibt vermutlich nur die Goggles 3 als Alleskönner das Tool der Wahl – wobei eine gebrauchte Goggles 2 definitiv in Betracht gezogen werden sollte sofern man an ein günstiges Second Hand Modell kommen sollte. Updates wird man für die Goggles 2 aber vermutlich keine mehr bekommen – das sollte man im Hinterkopf behalten.
Dennoch sind die N3 ist unser persönlicher Favorit, sei es nur als Backup-Goggles. Die Brille bringt ein absolut solides FPV-Erlebnis ohne Abstriche bei Essentials zu machen, alle wichtigen Funktionen sind an Board wenn man sich im aktuellen DJI Line Up bewegt und keine Legacy O3 Copter nutzt. Da die Brille noch relativ “jung” am Markt ist – darf man auch auf das ein oder andere künftige Update spekulieren sodass auch künftige Flugmodelle im besten Fall zukünftig damit geflogen werden können… wobei das natürlich rein spekulativ ist
Testet die jeweilige Brille am besten vor dem Kauf selbst – insbesondere auch in Hinblick auf den Komfort, denn nur mit einer gut und sicher sitzenden Goggles habt ihr später auch das Vertrauen eurer Fluggerät entsprechend agil zu bewegen.
Mit welchen Goggles seid ihr unterwegs? Einem der genannten DJI Modelle – oder gar noch mit analoger Technik?
Spiegelt uns gern eure Erfahrungen in den Kommentaren!
