Mit der Osmo Pocket 4 liefert DJI kein radikales Neudenken, aber ein sehr klares Feintuning für Creator, die eine möglichst kompakte, aber ernstzunehmende Kamera suchen. Gegenüber der Pocket 3 bleibt das Grundkonzept gleich: ein mechanisch stabilisierter Gimbal, ein 1-Zoll-Sensor und ein extrem kompaktes Gehäuse. Die entscheidenden Neuerungen liegen diesmal vor allem in mehr Geschwindigkeit, mehr Flexibilität und einem deutlich stärkeren Creator-Fokus.
Die bisher rumorte Pocket 4 Pro mit 2 Linsen bleibt zumindest vorerst noch ein (ernstzunehmendes) Gerücht – sodass es ggfs. sinnvoll sein könnte hier noch etwas abzuwarten bevor man die Pocket 4 in den Einkaufswagen legt…
Was sich gegenüber der Pocket 3 geändert hat
Der größte technische Sprung ist die 4K-Zeitlupe mit 240 fps, während die Pocket 3 bei 4K/120 fps endet. Dazu kommen ein neuer gestapelter 1-Zoll-Sensor mit 37 MP, ein größerer Dynamikumfang von 14 Blendenstufen, 10-Bit-D-Log statt D-Log M/HLG sowie 107 GB interner Speicher – perfekt wenn man die Speicherkarte einmal nicht zur Hand haben sollte oder diese bereits gefüllt ist. Auch ActiveTrack 7.0, ein überarbeitetes Bedienkonzept mit zusätzlichen Tasten und die deutlich längere Akkulaufzeit fallen im Alltag positiv auf.
DJI scheint hier also an den richtigen Stellen geschraubt zu haben.
Auch die Angst das jene Pocket 4 womöglich ausschließlich auf internen Speicher setzen könnte hat sich vorerst nicht bewahrheitet. microSD Karten können daher wie gewohnt zusätzlich verwendet werden, prima!
Die wichtigsten Unterschiede auf einen Blick
| Merkmal | Osmo Pocket 4 | Osmo Pocket 3 |
|---|---|---|
| Sensor | 1-Zoll-CMOS, 37 MP | 1-Zoll-CMOS, 9,4 MP |
| Dynamikumfang | 14 Stops | 12 Stops |
| Slow Motion | 4K/240 fps | 4K/120 fps |
| Farbprofil | 10-Bit D-Log | 10-Bit D-Log M, HLG |
| Speicher | 107 GB intern + microSD | microSD only |
| Tracking | ActiveTrack 7.0 | ActiveTrack 6.0 |
| Akku | 240 Min. | 166 Min. |
| Konnektivität | WiFi 6, USB 3.1 | WiFi 5, USB 2.0 |
Praxis statt Papierwerte
Im Alltag sind es weniger die Rohdaten als die ergonomischen Verbesserungen, die die Pocket 4 aufwerten. Der interne Speicher ist ein echter Sicherheitsgewinn, wenn die Karte voll ist oder vergessen wurde, und die zusätzlichen Tasten machen die Bedienung schneller und intuitiver. Auch das Tracking und der Autofokus wirken im Einsatz reifer, vor allem für Solo-Creator, Vlogger und Reisefilmer.
Gleichzeitig bleibt die Kamera ihrem Charakter treu: Sie ist keine Actioncam und kein Smartphone-Ersatz, sondern ein Spezialwerkzeug für ruhige, kontrollierte Aufnahmen mit sehr hoher Bildqualität. Genau darin liegt weiterhin ihre Stärke, weil der mechanische Gimbal nach wie vor Aufnahmen ermöglicht, die mit digitaler Stabilisierung nur schwer zu erreichen sind.
Ein Nachteil könnte das mitgelieferte Mikforon in den jeweiligen Combo Paketen sein – die kompakte Variante scheint keine Möglichkeit mehr für externe 3.5mm Mikrofone zu besitzen – ist dafür aber kleiner, leichter und kompakter. Gilt es entsprechend abzuwägen.

Einordnung im Markt
Im Markt positioniert sich die Osmo Pocket 4 zwischen Smartphone, Actioncam und klassischer Kompakt-/Vlog-Kamera. Gegenüber Smartphones bietet sie vor allem die bessere Stabilisierung durch den echten Gimbal und mehr Kontrolle bei Bewegungsaufnahmen, während sie gegenüber Actioncams mit ihrem Design und dem größeren Sensor klar auf Bildqualität statt Robustheit setzt. Tests sehen sie deshalb vor allem als Werkzeug für Travel-, Vlog- und Solo-Content, nicht als Kamera für harte Outdoor- oder Wassereinsätze.
Spannend ist auch der Wettbewerb: Noch ist die Pocket 4 in ihrer Nische sehr stark, aber neue Modelle wie die angekündigte Insta360 Luna Ultra könnten im Gimbal-Segment für mehr Druck sorgen. Für den Moment bleibt DJI jedoch der Maßstab, auch weil das Ökosystem, die Bedienung und die Kombination aus Gimbal, Sensorgröße und Creator-Zubehör sehr rund wirken.
Für wen lohnt sich das Upgrade?
Für Besitzer einer Pocket 3 ist die Antwort eher differenziert: Wer mit 4K/120 fps, dem bisherigen Tracking und dem bisherigen Workflow zufrieden ist, bekommt mit der Pocket 4 eher ein sinnvolles als ein zwingendes Upgrade. Wer aber oft alleine dreht, häufig in Slow Motion arbeitet, längere Sessions filmt oder mehr Reserve bei Speicher, Akku und Tracking will, bekommt mit der Pocket 4 ein deutlich komplettiertes Werkzeug.
Wer neu in die Pocket-Welt einsteigt, trifft mit der Pocket 4 aktuell die konsequenteste Wahl innerhalb der Serie. Vor allem für Vlogging, Travel-Content, Behind-the-Scenes, Social Clips und kompakte Creator-Setups ist sie gewiss eines der attraktivsten Geräte am Markt.
Fazit
Die DJI Osmo Pocket 4 ist kein revolutionärer Umbruch, aber ein sehr starkes, praxisnahes Update. DJI hat genau dort verbessert, wo die Pocket 3 im Alltag noch Luft nach oben hatte: beim Tracking, bei der Bedienung, beim internen Speicher, bei der Akkulaufzeit und bei den Highspeed-Aufnahmen.
Unterm Strich bleibt die Pocket-Reihe damit eine der spannendsten Lösungen für alle, die maximale Stabilisierung und sehr gute Bildqualität in einem ultrakompakten Format suchen. Die Pocket 4 ist nicht einfach nur „die neue Pocket“, sondern die bisher reifste Version dieser Idee.
Wie seht ihr die Pocket 4? Lohnt sie sich für euren Use-Case oder wartet ihr vorerst noch auf die Pocket 4 Pro sowie die Ankündigungen von insta360? Lasst es uns gern in den Kommentaren wissen…
