DJI, bekannt für seine Drohnen und Kameras, hat soeben ein neuestes kabelloses Mikrofonsystem vorgestellt: das DJI Mic 3. Nach dem Erfolg des Mic 2 und auch Mic Mini, tritt das neue Modell mit großen Ambitionen an. Doch ist es eine echte Revolution oder eher eine konsequente Weiterentwicklung? Und wie schlägt es sich im Vergleich zur etablierten Konkurrenz wie Rode Wireless Pro und Sennheiser Profile Wireless? Wir werfen einen ersten Blick darauf.
Die Neuerungen des DJI Mic 3: Was ist anders, was ist besser?
Das DJI Mic 3 kommt mit einer Reihe von Upgrades, die es für Content Creator, Filmemacher und Podcaster gleichermaßen interessant machen sollen.
- Reichweite von bis zu 400 Metern dank Frequenz Hopping (2.4Ghz und 5Ghz)
- Timecode-Unterstützung: Ein klares Zeichen, dass DJI auch professionelle Anwender im Blick hat. Die integrierte Timecode-Funktion vereinfacht die Synchronisation von Audio und Video, insbesondere bei Multi-Kamera-Setups, erheblich. Dies spart Stunden in der Postproduktion und sorgt für präzise Ergebnisse.
- Erweiterte Konnektivität und Multi-Kanal-Optionen: Das Mic 3 erlaubt die gleichzeitige Nutzung von bis zu vier Sendern und acht Empfängern. Mit einem neuen Quadraphonic-Modus für Mehrspur-Ausgabe bietet es ungeahnte Möglichkeiten für komplexere Aufnahmeszenarien. Zudem lässt sich der Empfänger per Bluetooth direkt mit den neuesten DJI Osmo Kameras und Smartphones verbinden – ein praktisches Feature für den schnellen Einsatz.
- Adaptive Gain und verbesserte Geräuschunterdrückung: Das System passt die Lautstärke dynamisch an und verfügt über eine zweistufige Geräuschunterdrückung, um unerwünschte Umgebungsgeräusche effektiv zu minimieren.
- Kompakter und leichter: DJI hat das Design weiter optimiert. Die Sender sind noch kleiner und wiegen lediglich 16 Gramm, was sie noch unauffälliger macht.
- Lange Akkulaufzeit: Mit bis zu acht Stunden für die Sender und zehn Stunden für den Empfänger, plus der Ladeschale für zusätzliche Ladezyklen, ist man auch für lange Drehtage bestens gerüstet.

Die Schattenseiten: Wo das DJI Mic 3 Federn lässt
Trotz der beeindruckenden Neuerungen gibt es auch Aspekte, bei denen das Mic 3 gegenüber dem Vorgänger oder der Konkurrenz Abstriche macht – insbesondere beim Thema externer Mikrofone:
Der Wegfall des 3,5mm TRS Anschlusses an den Sendern ist für viele Nutzer ein entscheidender Punkt. Die Sender des DJI Mic 3 bieten keinen Anschluss mehr für externe Lavalier-Mikrofone. Man ist somit auf das integrierte Mikrofon angewiesen. Während das interne Mikrofon gewiss eine gute Qualität liefert, schränkt dies die Flexibilität deutlich ein, da man keine bevorzugten Ansteckmikrofone verwenden oder sie diskreter platzieren kann, wenn der Sender selbst nicht sichtbar sein soll. Das ist ein klarer Rückschritt im Vergleich zum DJI Mic 2.

Vergleich mit der Konkurrenz: Rode Wireless Pro und Sennheiser Profile Wireless
Das kabellose Mikrofonsegment ist hart umkämpft. Wie positioniert sich das DJI Mic 3 gegenüber den etablierten Playern?
Rode Wireless Pro
Das Rode Wireless Pro gilt als Referenz im professionellen Bereich. Es bietet ebenfalls 32-Bit-Float-Aufnahme, Timecode und eine exzellente Audioqualität.
- Vorteile Rode Wireless Pro: Bietet weiterhin 3,5mm TRS Anschlüsse an den Sendern, was maximale Flexibilität bei der Mikrofonwahl ermöglicht. Die Sendeleistung und Reichweite sind hervorragend. Rode hat zudem eine sehr ausgereifte Software und Ökosystem. Es gibt auch einen “Safety Channel” der das Mic 3 nicht mehr hat, aber durch das 32-Bit-Float des Mic 3 nicht mehr notwendig ist.
- Vorteile DJI Mic 3: Das DJI Mic 3 punktet mit seinem kompakten Design, der direkten Bluetooth-Verbindung zu DJI-Kameras und der Möglichkeit, bis zu vier Sender und acht Empfänger zu verwenden, was für sehr große Produktionen von Vorteil sein kann.
Sennheiser Profile Wireless
Das Sennheiser Profile Wireless ist eine neuere Ergänzung auf dem Markt und zielt auf Content Creator ab, die Wert auf einfache Bedienung und gute Qualität legen.
- Vorteile Sennheiser Profile Wireless: Sehr benutzerfreundlich, Plug-and-Play-Fähigkeit und eine hohe Verarbeitungsqualität. Sennheiser steht für exzellente Audioqualität.
- Vorteile DJI Mic 3: Das DJI Mic 3 übertrifft das Sennheiser Profile Wireless in Sachen Profi-Features wie Timecode und der Multi-Kanal-Fähigkeit. Es ist daher wohl für komplexere und anspruchsvollere Setups besser geeignet.

Fazit: Für wen ist das DJI Mic 3 das Richtige?
Das DJI Mic 3 ist zweifellos ein sehr leistungsfähiges kabelloses Mikrofonsystem, das mit 32-Bit-Float und Timecode-Unterstützung professionelle Workflows erheblich verbessert. Wer diese Funktionen benötigt und bereit ist, auf den 3,5mm TRS Anschluss an den Sendern zu verzichten, findet im Mic 3 ein extrem kompaktes und leistungsstarkes Werkzeug.
Für diejenigen, die weiterhin ihre Lieblings-Lavalier-Mikrofone nutzen möchten oder einen Touchscreen am Empfänger bevorzugen, könnte das DJI Mic 2 oder das Rode Wireless Pro weiterhin die bessere Wahl sein. Das Mic 3 ist eine konsequente Evolution – macht aber eben auch einen Schritt nach hinten.
Unserer Meinung nach fehlt hier ganz klar noch eine “PRO” Variante des Mic 3 – welche dann wiederum einen entsprechenden 3.5mm Locking TRS Anschluss mitbringt.